Folge 6: Ostia

Eine Reise nach Ostia, ans Meer, und eine Geschichte über meinen italienischen Alltag.

In dieser Folge nehme ich euch mit in mein Alltagsleben. Ich erzähle euch, wo ich wie in den Tag gestartet bin, was ich an Ostia und an dem Leben am Meer mag und warum Ostia als Hafenstadt so wichtig für die römische Wirtschaft war.  

Inhaltsverzeichnis

Das Frühstück, caffè und cornetto: Minute 03:02
Il dolce far niente, das süße Nichtstun: Minute 06:38
La ragazza austriaca, das österreichische Mädchen: 08:24
Ostia Antica, eine Zeitreise: 10:26

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Infos zur Folge – Infos zu Ostia

Obwohl es kein Geheimnis ist, dass Rom am Meer liegt, wirkt es trotzdem, als wäre es ein Insider-Tipp. Fährt man vom Kolosseum 30 Kilometer südlich, kommt man ans Meer in Ostia. Der römische Hafen in Ostia, der seine Ursprünge schon im 7. Jahrhundert vor Christus nimmt, war in der Antike für die Entwicklung und Wirtschaft der Stadt sehr wichtig. So wurden Rohstoffe aus Afrika an die Hafenstadt geschifft und dort für die weitere Verarbeitung in großen Getreidespeichern (Grandi Horrea) zwischengelagert. Diese Speicher konnten so viel Getreide lagern, dass 17.000 Menschen ein Jahr davon versorgt werden hätten können – Was ungefähr einem Drittel der Bevölkerung von Ostia im 2. Jahrhundert entsprechen würde. Wer heute am Hafen in Ostia ist, merkt von dieser vergangenen Bedeutung nicht mehr viel. Dafür muss man schon das Gelände von Ostia Antica besuchen, das weltweit eine der größten und besterhaltenen Ausgrabungsstätten ist. Entlang von Tempeln, Wohnhäusern, Gräbern, Thermen und Theater kann man dort – ganz ohne High-Tech – eine Reise zurück in die Zeit machen.
Heute zählt Ostia als Munizipium zur Stadt Rom und wird auch von dieser verwaltet und geführt. Der Lido di Ostia (Strand von Ostia) wird zwar von den römischen Einwohnerinnen und Einwohnern genutzt, trotzdem abwertend behandelt. Das hat wohl den Grund, dass vor noch nicht allzu langer Zeit der Strand und das Wasser sehr verschmutzt waren. Mittlerweile hat sich das aber geändert und die Strände wurden gesäubert. Es gibt viele neue Lokale und Restaurants und man kann so dem oft stressigen Arbeitsalltag mit einem kurzen Besuch am Meer entkommen. Ostia ist wie ein Dorf; da kennt man seine Nachbarn und Nachbarinnen und erfährt die wichtigsten News an der Kaffeebar und nicht im Fernsehen.
Und dieses Dorfleben am Meer der italienischen Hauptstadt mag ich einfach.

Tipps

– Wenn du ein paar Tage in Rom bist, dann gönne dir einen Ausflug ans Meer nach Ostia. Mit der S-Bahn kannst du in nur 30 Minuten um 1,50€ von Piramide/Ostiense, Basilica San Paolo oder EUR Magliana (alles Stationen der U-Bahnline B) in den sogenannten „Lido Trenino“ zusteigen und bei Lido Centro, Stella Polare oder Castel Fusano aussteigen, um an den Strand zu gehen. Fahrkarten (Tages-, Wochen- und Monatskarten) für das Stadtzentrum Rom sind übrigens für eine Fahrt nach Ostia gültig.
– Am besten besucht du die Ausgrabungsstätte Ostia Antica am Vormittag (unbedingt mit Tourguide!) und genießt das Meer am Nachmittag.– Nicht alle Strandzugänge sind kostenlos. Meistens muss man für den Zutritt Liegen (und Schirme) bezahlen, allerdings werden die Strände dann auch von Bademeisten bewacht. Der Preis pro Liege bzw. Sonnenschirm liegt zwischen 6€ und 10€.
– Kostenlose Strände sind mit „spiaggia libera“ oder „spiaggia libera attrezzata“ gekennzeichnet. Bei zweiterem kann man Sonnenschirme und Liegen vor Ort mieten, es ist aber nicht verpflichtend. Dennoch wacht ein Bademeister über das Geschehen im und am Meer.
– Ich gehe meistens an den Strand „Il Curvone“ (Piazzale Magellano), den man auch kostenlos nutzen kann.
– Die beste Pizza gibt´s in Ostia bei Romolo Al Centro (Via della Stazione Vecchia, 9)
– Zwischen Oktober und März wirkt Ostia ruhiger und verlassen, da einige Geschäftslokale und Restaurant geschlossen haben und viele nur in den Sommermonaten hier wohnen.

Produkte, die dir in Ostia nützlich sein können oder dir italienisches Urlaubsfeeling ins Wohnzimmer holen:
– Der Bildband, der Lust auf Italien macht.
– Das Strandtuch, das ich auch habe und praktisch finde.