Folge 4: Pantheon

Vom Kulturbanausen zum Tourguide und warum alte Steine doch spannend sind.

Diese Folge wurde gemeinsam mit www.rom-museum.com produziert. Sie widmet sich dem Pantheon und gibt gleichzeitig Einblick über die Vielfalt Roms. Ihr werdet hören, wie die unentdeckte Leidenschaft zu meiner Berufung wurde.



Inhaltsverzeichnis

In Rom, als Kulturbanause: Minute 01:32
Kirchen und Obelisken, eine Einführung: Minute 04:52
Das Pantheon, und seine Geschichten: Minute 06:58

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Infos zur Folge – Infos zum Pantheon

Das Pantheon war einst ein Tempel, der allen Göttern geweiht war. Er wurde bereits 25 v. Chr. von Marcus Agrippa in Auftrag gegeben. Doch nach etwa hundert Jahren (im Jahr 80 und 110) wurde der Tempel gleich zwei Mal durch einen Brand sehr stark beschädigt. Sein heutiges Aussehen verdankt das Pantheon dem Kaiser Hadrian, der 125 n. Chr. den Tempel wieder aufbauen ließ. Später, im Jahr 609, wurde der Tempel zu einer Kirche umfunktioniert und der heiligen Maria und den Märtyrern geweiht. Das Pantheon ist heute aber nicht nur eine Kirche, sondern auch ein Grab – zum Beispiel des Künstlers Raffaels oder der Könige Emanuele II und Umberto I.
Berühmt ist das Pantheon vor allem wegen seiner großen Kuppel. Die einst mit Bronze* überzogene Kuppel hat einen Durchmesser von 43,3 Metern und war tausend Jahre lang die größte freitragende Kuppel weltweit. Um das Gewicht der Kuppel zu reduzieren, hat man sie in fünf Ringe mit jeweils 28 Kassetten eingeteilt. Dadurch wird aber nicht nur das Gewicht verringert, sondern auch die Akustik verbessert. An der Kuppelspitze befindet sich ein neun Meter breites Loch, das sogenannte Oculus, das als Sonnenuhr genutzt werden konnte bzw. kann. Bei Regen regnet es durch diese Öffnung in das Pantheon, weshalb es 21 kleine Löcher im bunten Marmorboden (original Marmorboden!) gibt, die eine Ablussfunktion haben. Nicht nur der Boden, auch das Bronzetor und 14 der 16 Monolithen (Säulen am Eingang) sind original – und das alles nach über tausend Jahren. Der Römer wusste schon in der Antike wie man effizient und mit langanhaltenden Erfolgsergebnissen arbeitet.



*Die Bronze wurde übrigens im Auftrag von Papst Urban VIII abgetragen, eingeschmolzen und für den Baldachin im Petersdom wiederverwendet. (Ganz nach dem Motto: „Warum Geld ausgeben für Neues, wenn es doch in Rom zu viel brauchbares Material gibt?!“)


Tipps

– Früh aufstehen lohnt sich, um das Pantheon in seiner vollen Pracht und ohne Menschenmassen zu sehen. Das Pantheon öffnet seine Tore um 08:30 Uhr (außer sonntags um 09:00 Uhr).
– Da das Pantheon eine Kirche ist, müssen bei einer Besichtigung die Schultern und Knie bedeckt sein.
– Nicht unweit vom Pantheon befindet sich eine der besten Eisdielen Roms: Die Gelateria della Palma mit 150 Eissorten (Via della Maddalena, 19-23)
– Wer guten Kaffee mag, der soll im Tazza d’Ora einen Espresso trinken. Dieses befindet sich direkt neben dem Pantheon (Via degli Orfani, 84)


Die Stadtführung, die euch mehr über das Pantheon und über Rom erzählt:
Highlightstour durch Rom