Folge 2: Giù

Zu Besuch in Süditalien und eine Liebeserklärung an das italienische Essen.

Diese Folge nimmt euch mit auf eine kulinarische Reise nach Süditalien. Auf Gastfreundlichkeit und qualitatives Essen legen die Italiener und Italienerinnen sehr viel Wert – aber auch auf ihre Feiertage. So gibt es Mitten im August den (fast?) wichtigsten Feiertag im Jahr und der muss auch richtig gefeiert werden.



Inhaltsverzeichnis

Der Süden Italiens, Kultur und Sprache: Minute 01:31
Die italienische Esskultur, Eis geht immer: Minute 07:26
Im August in Italien, oder lieber nicht: Minute 10:23
Der (fast) wichtigste Feiertag, Ferragosto: Minute 11:03

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Infos zur Folge – Infos zu Süditalien

Die Nord-Süd-Problematik ist in Italien lange noch kein Thema der Vergangenheit. So wird der Süden Italiens zwar als Touristenparadies gesehen, gleichzeitig aber auch als zurückgebliebener, ärmer und mafia-kontrollierter als der Norden. Menschen aus dem Süden ziehen in den Norden, um dort zu studieren und/oder zu arbeiten, weil die Möglichkeiten in Norditalien tatsächlich besser sind. Und das, obwohl es in der Antike und im Spätmittelalter eigentlich der Süden war, der als Zentrum von Multikulturalität, religiöse Toleranz und wirtschaftlichem Handeln galt. Seit Beginn der Neuzeit hat sich das Blatt gewendet und der Süden Italiens wurde heruntergewirtschaftet.
Die Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden sind nicht nur in der Sprache erkennbar, sondern auch im Lebensstil und den Gepflogenheiten. So wird vor allem im Süden noch sehr traditionell und regional gekocht. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, auf die sie stolz ist. Diese Speisen werden mit Stolz zubereitet und mit Leidenschaft gegessen. Auch auf die Familie, Traditionen und (kirchliche) Feiertage wird viel Wert gelegt. Ferragosto zum Beispiel (der 15. August, Mariä Himmelfahrt), wird im Kreise von Familie bzw. Freunden und Freundinnen gefeiert. Dass man sich auch Tage davor und danach frei nimmt, ist ungeschriebenes Gesetz. So kehren die Söhne und Töchter zum 15. August nach Hause, um dort Urlaub zu machen. Viele Restaurants, Geschäfte aber auch Behörden haben rund um Ferragosto (meist eine Woche davor und eine danach) geschlossen. Italien macht quasi gemeinsam Urlaub und das zelebrieren sie (also die Italienerinnen und Italiener) auch in vollen Zügen.
Das begeistert und inspiriert mich.


Tipps

– Wenn du in Salerno bist, dann probiere unbedingt ein Eis im Brioche!
– Auf Sizilien muss eine Granita al caffé zum Frühstück und ein Arrancino als Mittagssnack am Speiseplan stehen.
– Denk dran: Im August machen die Italiener und Italienerinnen selbst Urlaub. Viele Hotels, Restaurants oder Shops haben geschlossen und die Preise für Touristen sind oft auch höher als sonst.


Produkte, die ich auf der Reise benutzt habe oder mir das kulinarische Italien nach Hause bringen:
– Der Rucksack, den ich benutzt habe war von Quechua und hatte 50 Liter.
– Der Reiseführer, den ich zwar dabei hatte, aber dank meiner „Gastfamilien“ nicht benutzen musste.
– Das Kochbuch, aus dem ich gerne koche.
– Das Buch, das ich gelesen habe und mir das Süditalien „von damals“ auf ganz andere Art vorstellbar gemacht hat.