Folge 11: Circo Massimo

Ein Ausflug zum Circus Maximus und eine Geschichte über schlaue Füchse.

Diese Folge wurde gemeinsam mit www.rom-museum.com produziert. In dieser erzähle ich euch mehr über den Circus Maximus, die Wagenrennen und warum ich finde, dass der Römer raffiniert wie ein Fuchs (gewesen) ist.

Inhaltsverzeichnis

Rom, im August: Minute 01:19
Circo Massimo
, die große Rennbahn: Minute 02:54
Die Gründung Roms, oder der Raub der Sabinerinnen: Minute 08:56
Der Römer, oder der schlaue Fuchs: Minute 10:17
High Technologie, gegen Ohnmacht: Minute 11:36


Die Folge ohne Spotify hören

Hier kannst du alle Folge im simpleplayer hören.

Infos zur Folge – Infos zum Circus Maximus

Der Circus Maximus hat seinen Ursprung schon im 6. Jahrhundert vor Christus. In dem Tal zwischen dem Palatin und dem Aventin Hügel hat man damals gerne Feste und Wagenrennen veranstaltet, sodass hier die Könige ein Stadion aus Holz bauen ließen: ein Stadion, dass über Jahrhunderte als „Circo Massimo“ bekannt war. (Genau in diesem Tal hat übrigens auch der Raub der Sabinerinnen stattgefunden. Eine gefinkelte List der Römer, die Frauen aus dem Stamm der Sabiner gekidnappt und geheiratet haben, um so Rom zu vergrößern.) Der Circus Maximus mit seinen Sitzplätzen aus Holz musste aufgrund mehrerer Brände immer wieder erneuert und umgebaut werden. Etwa 50 vor Christus wurde unter Julius Cäsar das Holz erstmals gegen Stein und Marmor ausgetauscht und das Stadion wurde vergrößert. Aber nicht mal Stein konnte dem gewaltigen Feuer im Juli 64 Stand halten und der Circus Maximus wurde ein weiteres Mal zerstört. Eine Legende besagt, dass in diesem Jahr eine Öllampe in einem Laden im Inneren des Circus Maximus Feuer gefangen hätte. Dieses Feuer hätte sich so schnell ausgebreitet, dass das Stadion innerhalb weniger Stunden komplett zerstört wurde und ganz Rom sieben Tage lang gebrannt hatte. Danach wurde der Circo Massimo wieder aufgebaut und unter Kaiser Trajan im Jahr 103 fertiggestellt. Zu dieser Zeit hatte das Stadion Platz für 250.000 Zuseherinnen und Zuseher.
Ja, wo heute nicht viel mehr als eine 600 Meter lange und 140 Meter breite Wiese zu sehen ist, sind damals Wagenlenker um die Wette gefahren. Es gab verschiedene Teams und verschiedene Wägen. So waren die einen Wägen mit zwei Pferden ausgestattet und die anderen mit vier (Quadriga). Die Wägen und die Fahrer hatten kaum Gewicht, sodass sie bis zu 40km/h schnell werden konnten. Die Fahrer waren mit einem Lederband an den Wagen gebunden und mussten sich im Notfall rechtzeitig mit einem Messer von dieser Befestigung befreien. Denn im Gegensatz zum Kolosseum, wo strenge Regeln herrschten, war hier alles erlaubt. Eigentlich galt nur eines: der Schnellste gewinnt. Und nicht anders wie heute, war das Publikum von den schnellen Wägen begeistert und hat gerne gewettet. Man konnte sein Geld innerhalb von Sekunden vollständig verlieren, es aber in genau gleicher Zeit auch verdoppeln oder sogar verdreifachen. Wer sein gewonnenes Geld gleich wieder ausgeben wollte, konnte das in den vielen Geschäftslokalen im unteren Bereich des Circus Maximus tun…
Der Rennsport war und ist beliebt.

Übrigens, der Turm, der heute noch hier zu sehen ist, stammt aus dem Mittelalter und hat mit dem Circus Maximus an sich nichts zu tun.


Tipps

– Mach es wie die Einheimischen. Diese nutzen die grüne Fläche gerne zum Picknicken oder für Sport.
– Der Circo Massimo liegt zwischen dem Aventin und Palatin Hügel. Ersterer ist auf jeden Fall einen Besuch Wert, denn dort oben liegt der wunderschöne Orangengarten, der neben einer bezaubernden Atmosphäre auch einen tollen Blick über die Stadt verspricht.
– Aber auch der Besuch des Palatins ist quasi ein Muss. Am besten du gehst zuerst ins Forum Romanum, hoch zum Palatin, um von dort einen Blick auf den Circo Massimo zu werfen, um diesen später von der Nähe aus betrachten zu können. So ist die Größe des Stadions noch besser spürbar.
– Ich empfehle den Circus Maximus abends zu besuchen, denn ums Eck gibt’s einige super nette Aperitivo Bars (zum Beispiel das Rosso in der Viale Aventino 32 oder das ViMi in der Viale Aventino 14)
– Wer gerne gutes Eis mag, der sollte unbedingt in die Gelateria Torcè (Viale Aventino, 59). Diese liegt nicht mal 5 Minuten Fußweg vom Circo Massimo entfernt.



Produkte, die beim Circo Massimo hilfreich sein können oder dir Italienfeeling ins Wohnzimmer holen:
– Das Buch, das Vergangenheit und Gegenwart super gegenüber stellt.
– Der Reiseführer, der für den Aufenthalt in Rom nicht verkehrt ist.
– Das Aperitifglas,  das sich gut für den Aperitivo zuhause eignet.


Touren, die auch den Circo Massimo beinhalten und die ich wärmstens empfehle:
Mit dem E-Bike durch die römischen Stadtvierte, Start und Ende: Circus Maximus
Zu Fuß das „versteckte Rom“ kennenlernen, Ende: Circus Maximus
Rundgang durch den Circus Maximus mit VR-Brille (ohne Tourguide)